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UNITI – Plakat der Aktiengesellschaft für Kunstdruck um 1927/35

UNITI Plakat um 1928/30 UNITI Plakat um 1928/30
UNITI Plakat um 1927/35

UNITI Plakat um 1927/35

Der Schutzmann weiß Bescheid: Er hebt den Zeigefinger und lässt alle Verkersteilnehmer wissen: “In der ganzen Welt wird bei gleichen Preisen und bei gleicher Qualität der einheimische Lieferant bevorzugt: Tun Sie es auch, Sie stärken dadurch die deutsche Wirtschaft und nützen sich selbst!
Dieses kleinformatige Reklameplakat stammt aus der Zeit zwischen 1927 und 1935. Es wurde durch die UNITI, die “Vereinigung deutscher unabhängiger Betriebsstoff u. Mineralöl-Importeure” herausgegeben. Zu dieser Zeit herrschte eine Weltwirtschaftskrise und der Protektionismus gewann an Bedeutung. Auch in der aktuellen Krisenstimmung wird vielerorts der protektionistische Gedanke wieder ausgesprochen!

Was ist eigentlich Protektionismus?

“Als Protektionismus (von lateinisch protectio: Schutz) bezeichnet man in Bezug auf ökonomische Sachverhalte alle Maßnahmen in Form von Handelshemmnissen, mit denen ein Staat versucht, ausländische Anbieter auf dem Inlandsmarkt zu benachteiligen. Mittel dafür ist die strategische Handelspolitik. Ziel ist es in der Regel, bestimmte Produkte oder Branchen eines Landes zu fördern oder die eigene Volkswirtschaft generell zu unterstützen.

Zudem wird versucht, den Aufbau neuer, noch nicht wettbewerbsfähiger Industriezweige zu ermöglichen, da diese Industriezweige in der Anfangsphase dem Druck des Weltmarkts nicht standhalten würden. Ehemalige Entwicklungsländer wie die Volksrepublik China konnten so zu Schwellenländern bzw. Industrienationen aufsteigen. Dies gelang liberalisierten Ländern mit ähnlichen Voraussetzungen nicht auf diesem Weg. Ähnlich war es mit Deutschland (1874-1914) und den USA (1865-1900). In den USA war der Streit um die zukünftige Wirtschaftspolitik (Freihandel oder Protektionismus) zwischen den ländlichen Südstaaten und den sich industrialisierenden Nordstaaten ein Grund für die Sezession der Südstaaten.

Gegner des Protektionismus hingegen fordern einen globalen Freihandel und argumentieren, Protektionisten würden komparative Kostenvorteile und weitere Vorteile des Handels nicht beachten. Aus dem Umstand, dass ein Tausch nur dann durchgeführt wird, wenn das erhaltene Objekt mehr wertgeschätzt wird als das eingetauschte – niemand tauscht in der Erwartung nach dem Tausch schlechter dazustehen – schlussfolgern sie unmittelbar, dass jegliche Beschränkung wohlfahrtsmindernd sei.

Eine weitere Form des Protektionismus ist der so genannte Kulturprotektionismus. Dieser bezeichnet den Versuch einzelner Staaten oder auch ganzer Staatenbünde, ihre Kulturen vor externen Einflüssen zu schützen. Hierzu wird beispielsweise oft das Instrument der Zuwanderungsbeschränkung angewandt. Diese Form von Protektionismus wird in Europa häufig von konservativen Parteien propagiert.

Eine weniger im Zusammenhang mit (dem) Protektionismus beachtete Form ist der soziale Protektionismus. Hier schützen sich (Sozial-) Staaten vor Importen, die durch Unterlaufen gängiger Sozialstandards verbilligt oder erst ermöglicht werden. Beispiele sind Kinderarbeit oder völlig unzureichende Arbeitsplatzverhältnisse und andere.”

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Protektionismus)

Die UNITI gibt es auch heute noch!

Die UNITI existiert übrigens auch heute noch. Auf der Webseite der Organisation kann man u.a. folgendes zur Geschichte der Vereinigung lesen: “Der heutige UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralöl-unternehmen e.V. wurde am 1. Juli 1947 unter dem Namen UNITI Vereinigung deutscher Kraftstoffgroßhändler e.V. ge-gründet. Genau gesehen war es eine Wiedergründung, da es schon seit 1927 einen Vorgänger – die „Uniti” Vereinigung deutscher unabhängiger Betriebsstoff- und Mineralölimporteure – gegeben hat. Im Jahr 1935 in „Uniti” Vereinigung deutscher Betriebsstoffgroßhändler e.V. umbenannt, wurde der Verband nach Einführung der Mineralölbewirtschaftung zu Beginn des 2. Weltkriegs aufgelöst.

Ursprünglich nur mit der Bearbeitung von Kraftstoff-angelegenheiten befasst, dehnte die UNITI ihre Tätigkeit bereits in den 1950er Jahren auf Heizöl aus, dessen Bedeutung als Wärmeenergieträger damals immer mehr zuzunehmen begann. Am Anfang der 1970er Jahre wurde eine Mitglieder-betreuung auch auf dem Gebiet der Schmierstoffe und in Fragen der Mineralöl-Anwendungstechnik notwendig. Ab 1977 kam es zu einer Intensivierung dieser Aktivitäten, als im Zuge der Auflösung des damals für den Schmierstoffsektor zustän-digen Fachverbandes zahlreiche marktstarke mittelständische Schmierstoffanbieter zur UNITI stießen.”
(Quelle: http://www.uniti.de)

Eindrucksvolles Kleinplakat

Zurück zum Plakat. Das kleine, lithografierte Reklameplakat ist 29 x 21,5 cm groß und wurde in Niedersedlitz bei Dresden durch die “Aktiengesellschaft für Kunstdruck” (Aktiv von 1900 bis 1937) hergestellt. Es besticht durch die kräftige Farbgebung und die detaillierte Darstellung des Straßenverkehrs am Brandenburger Tor in Berlin. Das Plakat ist rechts unterhalb des Schutzpolizisten signiert. Wer kennt diese Signatur? Über Hinweise wäre ich dankbar!

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